Die Sache mit den Händen im Vorstellungsgespräch

Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich das gefragt werde: "Was mache ich mit meinen Händen und darf ich eigentlich meine Arme verschränken?"

 

Zu allererst: Gesten sind ein Teil Ihrer Persönlichkeit und darüber hinaus wichtig für eine lebendige Kommunikation. Jemand, der gar nicht gestikuliert, wirkt eher befremdlich auf uns. Gleiches gilt für wildes Herumrudern der Hände und Arme. Sollten Sie hier unsicher im Hinblick auf Ihre Wirkung sein, holen Sie sich das Feedback einer vertrauten Person. Da das Gestikulieren in der Regel unbewusst abläuft, würde ich hier gar nicht - außer Sie liegen in einem der gerade genannten Extrembereiche - eingreifen, da Sie ansonsten nicht mehr natürlich wirken. Auch kleine Eigenheiten lassen Sie eher sympathisch und authentisch erscheinen.

 

Wichtig ist aber eine Sache: die Hände sollten für Ihr Gegenüber immer sichtbar sein. Das hängt damit zusammen, dass wir uns unbewusst unsicher fühlen, wenn wir von unserem Gegenüber nicht die Hände sehen können. Angenehmer sind uns im Übrigen auch offene Handflächen. Also Hände zeigen!

 

Und nun möchte ich mal für das Verschränken der Arme eine Lanze brechen. Diese Körperhaltung ist nicht grundsätzlich schlecht, man muss sie immer im Gesamtkontext der Situation betrachten. Es gibt so Situationen gerade für uns Frauen in denen einem mal wirklich kalt ist und beim Frösteln würden wir zum Beispiel unwillkürlich diese Haltung bevorzugen. Natürlich kann das Verschränken auch mal Ablehnung bedeuten oder vielleicht auch eine zu dominante Persönlichkeit widerspiegeln. In letzter Zeit sehe ich im übrigen viele Bewerbungsfotos mit der von mir im Bild dargestellten Attitüde. Ich finde der Grat ist schmal. Mir gefällt es nicht so, wenn der Bewerber sozusagen ausdrückt: "hier bin ich, was willst Du von mir!" Ich würde also immer empfehlen, für ein Bewerbungsfoto auf das Verschränken der Arme zu verzichten und dies auch, wenn der Fotograf derzeit ein ausgeprägter Fan dieser Körperhaltung ist.

 

Viel Erfolg! Ihre Andrea Huinink

Bei aufgeworfenen Fragen kontaktieren Sie mich gern.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Melanie (Samstag, 23 September 2017 21:51)

    Da kann ich nur zustimmen. :-)
    Das wichtigste ist authentisch zu bleiben und sich nicht zu verstellen.

  • #2

    Elke Weigel (Montag, 25 September 2017 14:10)

    Deine Ermutigung, sich zu zeigen, auch die Hände, gefällt mir gut! Meine Hände werden mir sofort viel bewusster und lebendiger.
    Mein alter Lehrer schrieb mir von vielen Jahren ins Poesiealbum: Sage mir, mit wem du umgehst und ich sage dir wer du bist. - Das könnte man übertragen auf die Hände: "Zeige mir deine Hände und ich sage dir, wer du bist." Und beim Tanzen sagt man, dass die Seele unter den Achseln wohnt, deswegen soll man die Arme nicht anklemmen.